Sabine Banovic

Kunstmarkt Berlin 

Sabine Banovic

Sabine Banovic zeichnet Welten zwischen Gewiss- und Ungewissheit. Sie erzählt uns in ihrem neuen Atelier, wie man sich als Künstler im Kunstmarkt etabliert und warum Schwarz die Farbe der Erinnerung ist.

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Sabine Banovic: Ein Atelier getaucht in Schwarz und Weiss

Weiße Wände, leise Klaviermusik, viel Leinwand, die sich auf dem Boden erstreckt und schwarze Tusche – ein paar wenige Requisiten, die doch so essenziell sind für die Kunst von Sabine Banovic. Wir treffen sie in ihrem neuen Atelier direkt neben dem Hamburger Bahnhof und vis à vis ihrer Galerie Jarmuschek + Partner. Die Sonne bescheint die große Leinwand auf dem Boden des Studios und wir ahnen den Beginn einer neuen Landschaft aus Linien und Flächen, die narrativ anmutend eine Geschichte zu erzählen beginnt, die in unseren Köpfen ihren Fortgang finden. Wir treffen Sabine Banovic, deren Arbeit REITER im Ausschnitt den wunderschönen Rahmen von ARTberlin bildet.

Sabine Banovic ist schon eine Weile im Kunstmarkt unterwegs. Ihre Arbeiten sind in der Sammlung des Deutschen Bundestages, der Bank of America und in unterschiedlichsten Privatsammlungen auf der ganzen Welt zu finden. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass sie mit Jarmuschek +Partner auf international wichtigen Messen wie der Art Basel vertreten ist. Angefangen hat ihre Kunstkarriere ganz klassisch mit einem Kunststudium an der Udk Berlin sowie in London am Central Saint Martens College of Art & Design. Doch was sich wie eine Traumkarriere anhört, war ein langer Weg.  Sabine erzählt uns vom inneren Kampf, das richtige Medium für ihre Kunst zu finden, von Umwegen und wie sie es geschafft hat sich im Berliner Galeriendschungel zu behaupten.

Sabine, du scheinst in und für deine Zeichnungen zu leben, wie hat das Zeichnen deine Liebe gewonnen?
Schon vor meinem Studium habe ich viel gemalt und gezeichnet. Ich wollte wissen wie es ist, aus einer Geste heraus zu zeichnen, ohne sich dabei von der Realität beeinflussen zu lassen. Ich wollte aus mir heraus arbeiten. Aber natürlich haben wir alle einen Bezug zur Wirklichkeit. Ich habe mich permanent gefragt: Wie schaffe ich es, dieser Realität auf eine gewisse Weise zu entsagen?

Heute beziehe ich mich auf ein gefühlhaftes Erkennen von Dingen. Mir geht es um die Haltung des Körpers, nicht um den Körper selbst. Daraus entstehen meine grafischen Mutationen und Formen. Das war aber ein Prozess, mit dem ich lange gekämpft habe.

Was hat dich so ringen lassen?
Für mich war die Hochschule ein großes Experimentierlabor. Während meines Studiums habe ich mich von der Malerei gelöst und viel ausprobiert: Film, Rauminstallation, Plastiken sogar Bildhauerei. Dann bin ich in die Klasse von Leiko Ikemura gewechselt, da ich wusste, dass ich dort weiter viel experimentieren kann. In der Radierwerkstatt entdeckte ich dann meine Liebe zu Flächen und Linien wieder, die sich heute in meinen Arbeiten spiegelt.

 Genau dort ist mir allerdings die Farbe abhanden gekommen. Dabei habe ich meine Arbeiten aber immer farbig gesehen.

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Schwarz-Weiß ist für mich die Erinnerung einer Farbe.

Das heißt du verwandelst Farbe in Schwarz-Weiß?
Schwarz-Weiß ist die Erinnerung einer Farbe. Farbe hingegen hat etwas Klangliches, sie in ein komplexes System zu bringen, macht es noch komplexer. Somit hat das Zeichnen in Schwarz -Weiß immer etwas von Reduktion. Was nicht heißt, dass ich nicht hin und wieder mit der Idee, Farbe in meine Bilder zu bringen, liebäugele. Aber bislang habe ich dafür noch keine Lösung gefunden.

Seit fast zwei Jahren arbeitest du mit der Galerie Jarmuschek + Partner in Berlin zusammen. War es einfach eine Galerie zu finden

Nach meinem Studium habe ich ein ganzes Jahr ohne Kontakt zur Außenwelt gearbeitet. Ich habe meine gesamte Zeit im Atelier verbracht. Irgendwann war ich an einem Punkt, an dem ich das Gefühl hatte, so langsam für die Öffentlichkeit bereit zu sein.

Die Suche nach einer Galerie verlief relativ strategisch. Ich habe Freunde und Bekannte befragt, mich im Netz umgeschaut, bin zu Openings gegangen und habe immer wieder Galerien besucht. Ich habe sogar einen Kurs belegt, „Galerien und Kunstmarkt“, um zu verstehen wie dieser Markt eigentlich funktioniert. Bei Jarmuschek + Partner  war ich sehr oft. Ich war beeindruckt von ihrer Arbeitsweise und hatte das Gefühl, dass meine Kunst gut zur Galerie passen würde. Ich habe dann ganz gezielt meine Bewerbung platziert und den Galeristen zu mir ins Atelier eingeladen.

Wie schwer ist es denn generell in Berlin eine Galerie zu finden?
Ziemlich schwer. Es gibt so viele Künstler und so wenig Kapazitäten in den Galerien. Ich bin dankbar, dass meine Galerie so großes Vertrauen in mich hat. Ich konnte keine Auszeichnungen oder Wettbewerbe vorweisen. Ich wollte ausschließlich und intensiv Kunst machen, Wettbewerbe haben mich nie sonderlich interessiert. Mir war es wichtig einen eigenen Ansatz für meine Kunst zu entwickeln und das hat Jarmuschek + Partner glücklicherweise genauso empfunden.

Text & Interview: Michaela Aue
Fotos: Chloé Richard



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