Preis der Nationalgalerie für junge Kunst: Die Kandidaten für 2013

Kunstpreis 

Preis der Nationalgalerie für junge Kunst: Die Kandidaten für 2013

Seit gestern Nacht stehen die vier jungen Künstler fest, die im September 2013 auf den Preis der Nationalgalerie für junge Kunst hoffen dürfen. Aber dieses Mal ist ein entscheidendes Detail neu: der Preis.

Preis der Nationalgalerie für junge Kunst

Gestern Abend gab die Jury während der BERLIN ART WEEK die vier internationalen Künstler bekannt, die im Herbst 2013 auf den Preis der Nationalgalerie für junge Kunst hoffen dürfen. Ihre Namen: Kerstin Brätsch, Mariana Castillo Deball, Simon Denny und Haris Epaminonda. Sie alle arbeiten, zumindest teilweise, in Berlin und wurden aus insgesamt 140 Bewerbern ausgewählt. Zum ersten Mal in der Geschichte des mit 50.000 Euro hoch dotierten Kunstpreises, wird dieser nicht in Euro auf dem Konto des Gewinner landen, sondern direkt in eine kuratierte Einzelausstellung in einem der Häuser der Nationalgalerie verwandelt werden. Ob diese in der Neuen Nationalgalerie oder im Hamburger Bahnhof geschehen soll, darf der Künstler sich allerdings selbst aussuchen. Und vielleicht ist diese Lösung für manche unter den Preisträgern sogar die vielversprechendere was die eigene Karriere betrifft.

Die Preisverleihung findet am 19. September 2013 im Hamburger Bahnhof statt.

Die Anwärter auf den Preis 2013

Kerstin Brätsch for DAS INSTITUT / Installation view The Painting Factory, MOCA Los Angeles, 2012 / Alle Bilder aus: Blocked Radiants Series (for Ioana)

Kerstin Brätsch // geboren in Hamburg, lebt und arbeitet in New York und Berlin

Kerstin Brätsch zeigt in ihrer Kunst plakative malerische Serien, die den Informations-Overkill unseres Alltags darstellen. Ein Bezug zur Außenwelt ist nicht mehr vorhanden. Das Verwertungssystem der alltäglichen Medien kopiert sie und überträgt diese in die Kunst. Heraus kommen Piktogramme, Stoffmuster, Computerraster, die verhackstückt und weiterverwendet werden.

Marina Castillo Deball, Uncomfortable Objects, 2012 Foto: Marina Castillo Deball

Mariana Castillo Deball // geboren in Mexico City, lebt und arbeitet in Berlin

Kunst und Forschung wird bei Mariana Castillo Deball eng miteinander verbunden. Archäologische Fundstücke bilden das Zentrum ihrer Arbeiten. Sie werden in ihrer kulturellen Verwertung analysiert. Dabei geht es ihr um die Gebrauchsspuren und die freie Assoziation zu den Geschichten der Gegenstände. Sie arbeitet mit ganz unterschiedlichen Medien, wie Zeichnung, Film, Skulptur, Installation und Performance.

Simon Denny, Decommissioned Trading Table/Workstation, 2011

Simon Denny // geboren in Auckland, lebt und arbeitet in Auckland und Berlin

Der neuseeländische Künstler Simon Denny untersucht mediale Strukturen der Informationsvermittlung. Das heißt konkret: Fernsehprogramme, Mobiltelefone, Schaufenster-Displays, Powerpoint-Programme oder Internet-Netzwerke. Die nimmt er für seine Arbeiten und daraus entstehen ironische Skulpturen und Raumarbeiten, manchmal sind sie auch an öffentlichen Gebäuden platziert. Kulturkritik und Aufklärungsstrategie mit inbegriffen.

Projects 96: Haris Epaminonda, Vol. VII, Installationsansicht, The Museum of Modern Art, New York, Foto: Jonathan Muzikar

Haris Esaminonda // geboren in Nicosia, lebt und arbeitet in Berlin

Die zyprische Künstlerin Haris Esaminonda arbeitet mit Fotos, Collagen, kleine Skulpturgruppen und Filmen. Durch die räumliche Anordnung oder die labyrinthartigen Installationen entstehen fast verwunschene Gesamtkunstwerke. Dabei verwendet sie oft historische Materialien. Haris Esaminonda bearbeitet sie, bis die ursprünglichen Kontexte oder Geografien ausgelöscht sind.

Die Jury

Tobias Berger (Kurator am M+, Museum für visuelle Kunst, Hongkong), Ariane Beyn (Leiterin der Abteilung Bildende Kunst beim Berliner Künstlerprogramm/DAAD sowie Leiterin der daadgalerie in Berlin-Mitte), Massimiliano Gioni (Künstlerischer Leiter der 55. Biennale Venedig, 2013, Künstlerischer Leiter der Nicola Trussardi Foundation, Mailand, und stellvertretender Direktor im New Museum for Contemporary Art, New York), Anno Saul (Drehbuchautor und Filmregisseur, Berlin, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Filmakademie) und Ina Weisse (Schauspielerin und Filmregisseurin, Mitglied der Deutschen Filmakademie).

Preis der Nationalgalerie

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Preis der Nationalgalerie für junge Kunst

Der Preis wurde im Jahr 2000 vom Verein der Freunde der Nationalgalerie ins Leben gerufen und wird alle zwei Jahre verliehen. Ein internationale Jury wählte die vier neuen Kandidaten aus einer Liste von 140 Bewerbern aus. Im vergangenen Jahr hatte der Franzose Cyprien Gaillard sowohl die Auszeichnung wie auch den späteren Publikumspreis gewonnen.


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