VIP Art Fair 2012. Die weltweit erste Online Kunstmesse geht in die zweite Runde

Online Kunstmesse 

VIP Art Fair 2012. Die weltweit erste Online Kunstmesse geht in die zweite Runde

Das Opening der VIP Art Fair 2011 war Erfolg und Disaster zugleich. Nach 2 Tagen stürzte der Server der ersten digitalen Kunstmesse ab. Der Grund: 40 000 Sammler aus 196 Ländern sahen sich 7,65 Millionen Mal Kunst an. Vom 3. bis zum 8. Februar 2012 findet die VIP Art Fair nun zum zweiten Mal statt und ihre Macher haben vorgesorgt. ARTberlin hat sich angeschaut was neu ist.

VIP Art Fair

VIP Art Fair: Großes Opening – steiler Fall

Mit VIP Art Fair ist Viewing in private gemeint. Ich bin nicht sicher, wie viele der 40.000 Sammler tatsächlich im Schlafanzug vor der ersten Auflage der VIP Ar Fair letztes Jahr saßen, aber privat, im Sinne von allein, waren sie jedenfalls nicht. Als der Server der VIP Art Fair damals zusammenbrach, muss Jane Cohan, eine der Gründerinnen der ersten Online Kunstmesse weltweit, gehörig zusammen gezuckt sein. Hatten ihr doch die 139 internationalen Galerien, darunter nicht wenige renommierte Galeristengrößen wie Leo König, Larry Gagosian und David Zwirner, großes Vertrauen in das „digitale Kunstmesse-Experiment“ entgegen gebracht und sich den Messestand für immerhin 20.000 Dollar geleistet. Um die wertvollen Geschäftskontakte zu erhalten, zahlten Jane Cohan und ihre Mitstreiter, die Hälfte der Teilnahmegebühr vom vergangenen Jahr an die Galerien zurück. Wer trotzdem ausstieg war u.a. Michael Werner (New York/Berlin) und Sprüth/Magers (Berlin/London), doch dafür werden EIGEN + ART und Thomas Schulte auf der VIP Art Fair vertreten sein.

Dass es eine zweite Auflage der VIP Art Fair gibt, ist sicherlich auch dem strategischen Schachzug zu verdanken, dass Powerseller wie Larry Gagosian, Iwan Wirth, David Zwirner oder Jay Jopling von White Cube zu den Gründungsgaleristen der Messe gehören.

VIP Art Fair

VIP Art Fair 2012: Das 2.0. im Namen ist Programm

2012 wird auf der VIP Art Fair nichts, aber auch gar nichts dem Zufall bzw. dem externen Provider überlassen. Man hat auf Amerikanische Art durchgegriffen: Das Technikteam wurde gefeuert, die Serveranzahl erhöht, die Geschäftsführung liegt nun in den Händen einer Harvard-Absolventin und das finanzielle Back Up von einer Million wurde von den Kunstsammlern Philip Keir und Selmo Nissenbaum beigesteuert.

Auf www.vipartfair.com kann man sich in der Rubrik „Discussions“ Videos mit Galeristen, Sammlern und Künstlern wie z.B. Marina Abramovic ansehen und wer nicht allein über die Kunstmesse schlendern will, der bucht sich in eine „kuratierte“ oder „User-designte“ Tour über die VIP Art Fair ein.

VIP art fair

Aber vielleicht ist das gar nicht nötig, denn die VIP Art Fair gleicht ihren „realen“ Messepartnern fast bis aufs I-Tüpfelchen. So ist sie zum Beipspiel in die gewohnte Hallenhierarchie unterteilt. In der „Premier Large“ zeigen u.a. EIGEN+ART und MAX HETZLER , in der „Focus“ trifft man auf Thomas Schulte und bei den „Editions and Multiples“ sehen wir TEXTE ZUR KUNST mit ihren Editionen.
Wir rechnen fest damit, dass am Morgen der VIP Preview am 2. Februar die übliche Sammlerhysterie ausbrechen wird. Satt überquellenden Rolltreppen wie auf der ART BASEL, wird es wahrscheinlich zu harten Geduldsproben bei den Ladezeiten kommen. Trotz der fulminanten Aufrüstung. Oder nicht? Wir werden sehen.

VIP Art Fair

Die VIP Art Fair wird zur Marke: VIP Paper und VIP Photo

Aber das ist nur der Anfang: Markenstrategen dürfen jetzt freudig in die Hände klatschen, denn aus der VIP Art Fair wird eine Marke, die das gesamte digitale Kunstmessen-Jahr bespielen wird. Im April wird die erste VIP Paper, spezialisiert auf Papierarbeiten, launchen, gefolgt von der VIP Photo im Juli und einer VIP Vernissage im September.

So gerüstet, erwartet Jane Cohan in diesem Jahr 100 000 Besucher auf der VIP Art Fair 2012.

VIP Art Fair: Tod dem traditionellen Kunstmarkt?

Und ist das jetzt das Ende des Kunstmarkts wie wir ihn kennen? Wir sagen erstmal laut und deutlich: NEIN. Trotz dem digitalen Kunstboom und dem Erfolg von Kunst-Salesplattformen wie Artspace.com, glauben selbst digitale Vorreiter nicht, dass Online Plattformen die realen Galerien und Messen ersetzen werden. Die Avantgarde wendet sich längst wieder der Offline-Wirklichkeit zu. So meint etwa Thomas Eller, langjähriger Textredakteur von Artnet, dass der Handel von Kunst im Internet zwar interessant sei, aber damals wie heute vor allem von persönlichen Kontakten lebe.

Merken. Und gegebenenfalls zur VIP Art Fair 2013 zitieren, wenn 1 Million User Standard sind.

Webpage stills courtesy VIP Art Fair

VIP ART FAIR 2012VIP Art Fair 2012

3. bis 8. Februar 2012
VIP Preview: 2. Februar, 8 Uhr
Opening: 2. Februar, 8 Uhr
Closing: 8. Feburaur, 23:59 Uhr

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